Hochrelevant und trotzdem kaum beachtet
19.01.2012 · Gesundheit · Markt-StudieDie Studie klärt über den medizinischen Bestand in deutschen Haushalten auf.
Junge und Singlehaushalte besitzen im Gegensatz zu Familienhaushalten mit Kindern selten eine „Hausapotheke“. Die Zusammenstellung sowie Vielfalt und Einfallsreichtum variieren in den einzelnen Haushalten mindestens genauso stark wie das Interesse an einer akzeptablen Ausstattung. Obwohl der persönliche Vorrat oftmals Retter in erster Not ist und seine Relevanz nicht angezweifelt wird, werden Arznei- und Verbandmittel eher als notweniges Übel angesehen, die am liebsten im hintersten Eck verstaut werden. So lautet das Hauptergebnis einer TNS Infratest-Umfrage: Die Hausapotheke ist wichtig, aber uninteressant.
Überwiegend kann in deutschen Haushalten allerdings kaum von einer organisierten Hausapotheke gesprochen werden, da die Medikamente oftmals weder sicher noch sachgerecht aufbewahrt werden und auch die Zusammensetzung wenig durchdacht erscheint. Um von einer Hausapotheke sprechen zu können, sollten vier Kategorien erfüllt sein: eine Notfallversorgung mit unter anderem Pflaster und Desinfektionsmittel, eine Ansammlung von Medikamenten gegen wiederkehrende Krankheiten, Medikamente gegen akute Beschwerden und individuelle Medizin wie gegen chronische Erkrankungen.
In kleinen Haushalten setzt sich das Medikament durch, das sich in der Vergangenheit bewährt hat, und der Vorrat bleibt deshalb immer ähnlich. Die Hausapotheke größerer Haushalte erweist sich dynamischer, da jedes Familienmitglied andere und neue Medikamente beim Arztbesuch verschrieben bekommt. Über die Entsorgung abgelaufener Medikamente herrscht unter den Bundesbürgern große Unsicherheit. Sehr wenige Umfrageteilnehmer wissen, dass es keine flächendeckende Entsorgung mehr gibt, sodass die Rücknahme in Apotheken ein freiwilliger Service geworden ist.








