Der Preis bestimmt das Verhalten der Stromkunden
17.11.2011 · Strom · Markt-StudieDie Studie untersucht Tarif- und Anbieterpräferenzen der Stromverbraucher, Kundenzufriedenheit, Wechselneigungen, unterschiedliche Stromkunden-Typen und die Markenstärke verschiedener Energieversorger.
Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat das Stromverhalten der Deutschen kaum verändert. Noch immer nutzen die Verbraucher Ökostrom oder atomfreie Stromanbieter nur vereinzelt. Bei Tarif- oder Anbieterwechseln spielt weiterhin der Preis oder die Empfehlung von Bekannten und nicht die Art der Energiegewinnung die entscheidende Rolle. Daran konnte auch der beschlossene Atomausstieg bisher nur wenig ändern. Zu diesem Hauptergebnis kommt die Studie "Private Stromkunden in Deutschland 2011" des Marktforschungsinstituts Nordlight Research.
Zwar hat die Hälfte der Befragten nach Fukushima mit dem Gedanken gespielt, den Anbieter oder Tarif zu wechseln, aber den Wechselschritt sind letztendlich doch nur sieben Prozent gegangen. Jedoch liegt die Wechselquote jährlich bereits bei fünf Prozent. Das Preisargumente dominiert: 58 Prozent der aktuell wechselbereiten Verbraucher wollen aufgrund der steigenden Strompreise in kostengünstigere Tarife oder zu Billiganbietern wechseln. 2010 waren dies erst 52 Prozent. Generell findet die Atomenergie nur acht Prozent Unterstützer.
Gänzlich wirkungslos ist Fukushima allerdings nicht geblieben: Unter den grundsätzlich wechselbereiten Stromkunden (34 Prozent des Gesamtmarktes) hat sich der Anteil der ökostromaffinen Verbraucher gegenüber 2010 von 10 auf aktuell 18 Prozent nahezu verdoppelt. Und die generelle Bereitschaft der Bundesbürger, für umweltfreundlich produzierten Strom einen Aufpreis zu zahlen, ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr von 15 auf 18 Prozent gestiegen.
Über 25 Prozent der privaten Stromkunde haben mindestens einmal den Anbieter gewechselt. Im 3.Quartal 2011 wechselte weniger als ein Prozent der Deutschen. Vergleichsweise stark zugenommen haben in den vergangenen zwölf Monaten die Stadtwerke, Energiediscountern wie FlexStrom, Stromio, Hit Strom und eprimo. Aber auch zum schwedischen Energiekonzern Vattenfall sind mehrere Kunden gewechselt.
Eine ausführliche Studienzusammenfassung finden Sie hier








