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Medien-Merger: Nur 100 Deals im ersten Halbjahr

veröffentlicht am 07.07.2010 um 18:10 Uhr · Medien · Artikel

Die Preise für Verlage und Medienportfolios dürften in den nächsten Monaten wieder steigen. Derzeit bleibt der Markt für Fusionen und Übernahmen in der Verlagsbranche (M&A, Mergers & Acquisitions) zwar insbesondere bei reinen Printgeschäftsmodellen ein Käufermarkt. Die Zurückhaltung potenzieller Interessenten könnte jedoch durch positive Trends bei Anzeigen, Ertragsaussichten und Planungssicherheit allmählich etwas nachlassen.

Auf Nachfrage stoßen dürften vor allem mehrformatige Medienangebote und erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle. Das erwartet Axel Bartholomäus. Der Geschäftsführer des Frankfurter Beratungshauses Bartholomäus und Cie. veröffentlicht am Donnerstag seine Untersuchung „Transaktionsmonitor Verlagswesen“ für das erste Halbjahr 2010. Zwischen Januar und Juni hielten sich Investoren mit (Verlags-)Zukäufen noch zurück: Bartholomäus registrierte nur gut 100 Deals. Damit blieb die Zahl der Fusionen und Übernahmen fünf Prozent unter dem ohnehin schwachen Vorjahreszeitraum. Das Volumen (Umsatz der betroffenen Bereiche) lag mit 1,4 Milliarden Euro sogar 30 Prozent darunter.

Chart: Medien-Deals I/10

Hier steht eine einzeilige Headline Dies ist eine interaktive Grafik. Wenn Sie den Doppelstrich innerhalb des Scroll-Balkens neben der Grafik bedienen, können Sie die Anzahl der dargestellten Aussagen variieren und mit den Pfeiltasten zwischen den Aussagen wechseln. Wenn Sie mit der Maus über die Datenreihen fahren, erhalten Sie die genauen Werte der einzelnen Datenpunkte. Mit einem Klick auf die Legende können Sie einzelne Jahre ein- und ausblenden. Außerdem können Sie in der unteren Menüleiste die Grafik als Bild speichern oder ausdrucken. Wenn Sie diese Info-Grafik in Ihre Webseite einbinden möchten, können Sie sich dafür mit einem Klick auf den Menüpunkt „Embed Chart“ den Embed Code kopieren.
Tags: Medien-Deals I/10
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Gut ein Viertel aller Transaktionen entfiel auf Fachmedien. Hier scheinen die Verleger eher Wachstumspotenziale auszumachen als bei Zeitungen und Publikumsmagazinen. Den größten Handel tätigten Axel Springer und der Ringier-Verlag mit dem gemeinsamen Joint Venture Ringier Axel Springer Media AG, das soeben offiziell seine Geschäftstätigkeit aufnahm und die jeweiligen Aktivitäten in Osteuropa bündelt. Das Volumen der Transaktion betrug über 414 Millionen Euro. Die weiteren Top-Deals blieben deutlich darunter - ein Volumen von jeweils 100 Millionen Euro erreichten der Zusammenschluss der zwei norddeutschen Grossisten Carlsen und Lamich, das Joint Venture der beiden Pressegroßhändler Dittmann und Tonollo sowie ein Verkauf der Bertelsmann-Gruppe in Spanien - die Gütersloher gaben eine 50-Prozent-Beteiligung im Buchmarkt an die Grupo Planata ab.

Mit über 80 Prozent Anteil war die Mehrheit der Transaktionen sehr klein, so Bartholomäus - sie betrafen nur Titel- und Programmbereiche oder Verlage mit weniger als fünf Millionen Euro Umsatz. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen: 2009 waren es 70 Prozent. Das sei „typisch für Zeiten mit schwierigem wirtschaftlichen Umfeld“, sagt der Experte - Investoren kaufen nicht nur seltener, sie nähmen auch geringere Risiken in Kauf. Von einem anziehenden M&A-Markt dürfte auch sein Beratungshaus profitieren.

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