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Get noticed-Gründerinnen: "Wir zehren von unseren Erfahrungen und Kontakten."
Get noticed-Gründerinnen: "Wir zehren von unseren Erfahrungen und Kontakten."

Agenturgründerinnen: "Bündnisse sind sehr wichtig"

veröffentlicht am 30.01.2012 um 14:05 Uhr · Trends · Artikel

Vor einem Jahr haben sie ihre eigene Agentur get noticed gegründet - heute ziehen Nadja Amireh und Anja Beckmann Bilanz und stellen fest, wie wichtig gute Kontakte sind. Daneben ein solider Business-Plan und diversifizierte Aufstellung. Für dieses Jahr auf der To do-Liste: Eine bessere Work-Life-Balance.

Vor einem Jahr haben Sie Ihre eigene Agentur gegründet, nachdem Sie vorher lange in Festanstellung gearbeitet hatten. Verlief das Jahr so wie Sie es sich erträumt hatten?
Nadja Amireh: Das erste Jahr von get noticed!, unserer Agentur für PR & Social Media, war besser als erhofft. Unsere Bilanz: Eine Agenturgründung, zwei Büros in Köln und Düsseldorf, fünf feste Kunden, sechs Mitarbeiter, 13 Fachartikel sowie 27 Seminare und Vorträge. Das war eine Menge Arbeit, die nötig war, um diese Ergebnisse zu erzielen.
Anja Beckmann: Es ist schön, sein eigener Chef zu sein und den Kurs des Unternehmens selbst zu bestimmen. Wir haben beide je zehn Jahre lang für große Markenartikler gearbeitet: Nadja für Henkel, ich für Starbucks sowie Kraft Foods - für Marken wie Jacobs, Milka und Philadelphia. Dabei haben wir viel Erfahrung gesammelt in PR, Social Media sowie in Spezialbereichen wie Krisenkommunikation, davon zehren wir jetzt.

Was waren Höhe- und Tiefpunkte?
Beckmann: Ein Höhepunkt ist für uns jedes erfolgreiche Projekt und jeder neue Kunde – und davon gab es erfreulich viele. Toll ist auch, dass wir als Referenten für Social Media Seminare und Vorträge so gefragt sind. Und mein Herz schlägt besonders für unsere Buchprojekte im Jahr 2012. Herausfordernd ist es, alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen: Wir haben uns so aufgeteilt, dass ich mich etwa um Strategien kümmere und Nadja den Kreativpart übernimmt. Daneben gibt es aber noch 1001 weitere Aufgaben, von der Buchhaltung über die Vermarktung der Agentur bis hin zur Personalplanung. Im Konzern hatten wir einen IT-Fachmann, wenn der Mac nun streikt, müssen wir selbst ran.
Amireh: Auf der anderen Seite haben wir die Freiheit auszuwählen und zu entscheiden, für welche Branchen oder Kunden wir gerne arbeiten möchten. Die persönliche Freiheit ist ebenfalls größer. Das fängt bei den Arbeitszeiten an: Ich starte z. B. als Early Bird oft früh morgens, Anja ist als Nachteule bis abends im Büro. Und es geht weiter mit Dingen wie flexibler Freizeit- und Urlaubsplanung. Außerdem können wir beide in unseren jeweiligen Lieblingsstädten leben und arbeiten: Anja in Köln, ich in Düsseldorf. Womit wir noch kämpfen, ist das Thema Work-Life-Balance. Denn es fällt uns beiden manchmal schwer, uns zu bremsen. Als Selbstständige könnten wir unendlich viel machen an Akquise, Eigen-PR oder Netzwerken. Doch wir arbeiten schon durchschnittlich zehn bis zwölf Stunden am Tag, teilweise auch am Wochenende – irgendwann ist dann Schluss. Damit wir uns selbst nicht verheizen, brauchen wir Ruhepausen sowie Zeit für Familie und Freunde. Im vergangenen Jahr war es eher Work-Work-Balance, das soll sich in diesem Jahr ändern.

Welche Kunden haben Sie inzwischen und aus welchen Branchen kommen sie?
Beckmann: Mit unserer Agentur sind wir vor allem für Kunden aus den Bereichen Konsumgüter, Lifestyle, Gesundheit und Bildung tätig. Dazu gehören etwa der Gebäckhersteller Lambertz, das Lifestyle-Unternehmen Oregon Scientific und Liro Color, der E-Reader des Buchhandels. Damit knüpfen wir an unsere bisherige Erfahrungen an, die wir in genau diesen Bereichen gesammelt haben.

Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?
Amireh: Wie stolze Eltern sehen wir unser „Baby“, die gemeinsame Agentur, wachsen und gedeihen. Wir freuen uns, dass unsere Anstrengungen so schnelle und gute Erfolge gezeigt haben. Wir wissen das sehr zu schätzen, weil es nicht selbstverständlich ist. Und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir in unserem eigenen Namen arbeiten.
Beckmann: Ebenfalls glücklich sind wir über die vielen erfolgreichen Social Media Projekte: Das reicht von Seminaren über die Konzeption und Community Management bis hin zu Blogger Relations und Krisenkommunikation im Social Web. Zu Gute kommt uns dabei, dass wir auch privat für das Thema Social Media brennen und gerne darüber kommunizieren. Ich habe z. B. vor einigen Jahren eine Weltreise gemacht und zu den Bekannten in Neuseeland, Japan oder Costa Rica halte ich per Facebook Kontakt.

Was raten Sie Nachahmern?
Beckmann: Ein guter Geschäftsplan ist die Grundlage. Wir haben lange daran gearbeitet und ihn bei einem „Rütteltest“ der Wirtschaftsjunioren vorgestellt und uns Feedback von erfahrenen Unternehmern geholt. Nach einem Jahr haben wir ihn jetzt bei einem Strategiemeeting überprüft und gemerkt, dass wir damit richtig lagen. Damit wir uns von den zahlreichen anderen Agenturen abheben, war uns ein guter USP wichtig: unsere langjährige Unternehmenserfahrung und Markenexpertise, gepaart mit PR und Social Media Kompetenz. Diesen USP kommunizieren wir über PR-Maßnahmen, unsere Website sowie unsere Social Media Kanäle wie Blog, Facebook und Twitter.
Amireh: Bündnisse sind sehr wichtig und hilfreich, ob mit einem Geschäfts- oder Kooperationspartnern. Es ist schön, dass Anja und ich uns gegenseitig unterstützen und motivieren. Jeder von uns bringt andere Stärken ein. Außerdem haben wir in zusammen 20 Jahren Berufstätigkeit viele Kontakte geknüpft, die wir jetzt gemeinsam nutzen können. Den größten Anteil an unserem bisherigen Wachstum hat wohl unser Drive: Wir arbeiten beide gerne selbstständig, sind ehrgeizig, bringen Dinge voran und sind vom dauerhaften Erfolg unserer Agentur fest überzeugt. Das haben wir gemeinsam. Aber auch privat verstehen wir uns gut – wir sind einfach ein gutes Gespann.

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