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Flipboard: das neue Twitter-Gefühl
So viel Wirbel um eine Applikation für das – zugegeben noch junge – iPad gab es nie. Breite Medienberichterstattung, Begeisterung bei Web-Influencern und unter der Nachfrage zusammenbrechende Server: Mit "Flipboard" hat das iPad seinen ersten Superstar. Zu Recht. Versuche, aus sozialen Netzwerken personalisierte Medienangebote zusammenzustellen, gab es zwar bereits. Sowohl Usability als auch Design von "Flipboard" lassen den Nutzer seine Netzwerke aber auf eine ganz neue Weise erleben.
Das fängt bei der intuitiven und schnellen Einrichtung an. Die App besteht im Wesentlichen aus einem Inhaltsverzeichnis mit neun übersichtlich angeordneten Icons, hinter denen sich jeweils ein Channel verbirgt. Neben dem eigenen Facebook- und Twitter-Kanal bietet "Flipboard" sieben weitere thematisch differenzierte Twitter-Listen, die unkompliziert individualisiert werden können. Die Einrichtung ist kinderleicht: Channel antippen, Zugangsdaten eingeben, loslegen. Öffnet man dann beispielsweise den Facebook-Account, zeigt sich das soziale Netzwerk in neuem Glanz: abwechslungsreich layoutete Postings, mehrspaltig dargestellt, als angeteaserte Artikel inklusive Bilder, direkt abspielbare Videos oder großformatige Fotoserien neben schlichten Statusmeldungen. Das alles hat wenig mit dem bekannten Look & Feel von Facebook und Twitter zu tun. Man hält – da verspricht "Flipboard" nicht zu viel – tatsächlich sein ganz persönliches Magazin in den Händen, gestaltet von Freunden und klassischer Offline-Navigation folgend: Es lässt sich bequem und schnell in den "Flipboard"-Seiten hin und her blättern. Ein Touch auf ein Posting öffnet dieses ganzseitig – inklusive Kommentarfeld, der Möglichkeit, die Inhalte zu teilen, und einem Link zur Originalquelle. Das alles kommt sehr elegant daher, lässt sich wunderbar einfach bedienen und lädt ein zum Stöbern, zum Lesen, zum Schauen und Berühren. Freundesklatsch im Stile eines Hochglanzmagazins: Das gab es so bisher noch nicht. Wundervoll für den User.
Aber kann die Kommunikationsbranche von dem Hype profitieren? Ich denke schon. "Flipboard" verändert die Art, in der wir die durch Facebook und Twitter verbreiteten Inhalte wahrnehmen und konsumieren. Natürlich macht es die Inhalte nicht besser oder interessanter, es stellt sie nur ansprechender dar. Voraussetzung für gelungene Kommunikation bleiben weiterhin Inhalte, die von Interesse sind. Und: It’s mainly about Twitter. Bislang lassen sich neben eigenem Facebook- und Twitter-Account lediglich weitere Twitter-User oder -Listen in "Flipboard" einbinden. Aber: An die Stelle durchrauschender Tweets treten sinnlich ansprechende multimediale Inhalte. Das Auflösen getwitterter Links in ein magazinartiges Angebot vermittelt einen unmittelbaren Eindruck von den kommunizierten Inhalten. Der Anreiz für den Nutzer, sich diesen tatsächlich zu widmen, steigt dadurch deutlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kommunikatoren mit ihren Botschaften zum Empfänger durchdringen, wächst somit.
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Herrmann Redakteur









