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Peter John Mahrenholz: Vielleicht zu konziliant

Peter John Mahrenholz: Vielleicht zu konziliant

veröffentlicht am 16.09.2011 um 10:00 Uhr · Köpfe · Artikel

Zu den großen Dampfplauderern in der durchaus selbstverliebten Agenturwelt zählt Peter John Mahrenholz gewiss nicht. Weder während seiner Zeit als Vorstand bei der Hamburger Kreativschmiede Jung von Matt noch als Präsident des wichtigsten Branchenverbands GWA fiel er mit provokanten Äußerungen auf oder suchte gar den Medienrummel. Anders als etliche seiner Vorgänger nutzte der 47 Jahre alte Planner und bis vor Kurzem CEO des Networks Draftfcb den Verbandsposten auch nicht, um sich oder die eigene Agentur ins Szene zu setzen. Ungewöhnlich. Man möchte sagen: Hanseatisch zurückhaltend eben. Allerdings ist Mahrenholz gebürtiger Hannoveraner – aber bekennender Fan der Hansestadt.

Gleichzeitig gilt Mahrenholz als korrekter Zeitgenosse. Über ihn kursieren keine böswilligen Gerüchte oder bissigen Kommentare. Rar in einer Branche, die sonst nicht mit abwertenden oder manchmal sogar diffamierenden Äußerungen über Kollegen geizt. Vielleicht ist Mahrenholz, den fast alle nur "PJ" nennen, einfach "zu konziliant", wie es eine ehemalige Kollegin formuliert.

Manches Mitglied des GWA hätte sich einen lauteren und sichtbareren Präsidenten gewünscht. Einen, der klar den Kurs vorgibt. Und der sich im Haifischbecken des Verbands durchsetzen kann. Wenn es sein muss, auch mit Ellbogen und nicht mit leisen Tönen und Gesprächen unter vier Augen. Doch dafür ist der Vater des kleinen Henry nicht der richtige Mann. Das Privatleben ist ihm wichtig. Wenn es seine Zeit erlaubt, geht der Mode-Fan auch mal stundenlang zum Shoppen.

Vielleicht hat Peter John Mahrenholz die Lust am Verband verloren, an den permanenten Querelen und den vielen Alphatieren. Er dürfte daher nicht allzu traurig gewesen sein, als sein Ausscheiden als CEO bei Draftfcb gleichzeitig das Ende seiner Präsidentschaft bedeutete. Denn nur Inhaber oder Angestellter einer Mitgliedsagentur dürfen diesen Posten annehmen. Seine Nachfolge ist noch nicht bekannt. Es ist Mahrenholz’ Aufgabe, einen passenden Kandidaten zu finden. Dass sich nur wenige dazu berufen fühlen und gewillt sind, viel Energie und noch mehr Zeit für das Ehrenamt aufzuwenden, kann aber nicht ihm allein angerechnet werden. Auch nicht die jüngsten Ereignisse, die für Wirbel sorgten. So hatte die größte inhabergeführte Agentur ihre Mitgliedschaft gekündigt und konnte nur schwer wieder zurückgewonnen werden. Dem Vernehmen nach hatte Mahrenholz davon lange nichts gewusst. Jetzt sprang ein Sponsor ab und zwingt den Verband, gerade beim wichtigsten Event, der Effie-Preisverleihung, massiv den Rotstift anzusetzen. Dennoch: ein kleiner Schatten bleibt.

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