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Olaf Arndt: Ein kühler Stratege

Olaf Arndt: Ein kühler Stratege

veröffentlicht am 04.11.2011 um 14:17 Uhr · Köpfe · Artikel

Die Worte kommen zögerlich über die Lippen, fast ein wenig abgehackt. Jeden Satz, so scheint es, wägt Olaf Arndt sorgfältig ab. Nach außen will man Gelassenheit und Selbstbewusstsein demonstrieren. Doch das Thema, räumt Arndt ein, "beschäftigt einen schon. Das kann ich nicht leugnen".

Das Thema – es sorgte für Schlagzeilen: Der "Tageszeitung" (taz) waren Papiere zugespielt worden, in der Arndts Agentur Deekeling Arndt Advisors (DAA) detailliert Kommunikationsstrategien für ihren Ex-Kunden, das Deutsche Atomforum, dargelegt hatte. DAA hatte sich nach einem Pitch den Auftrag gesichert und sollte von Mai 2008 bis September 2009 für ein Meinungsklima pro Laufzeitverlängerung sorgen. Die taz berichtete ausführlich in ihrer Wochenendausgabe und online über den Fall, Medien wie der "Spiegel" griffen das Thema auf. Managing Partner Arndt hatte zügig reagiert und auf der Agentur-Website eine Stellungnahme veröffentlicht: Man stehe zu den Zielen der Kampagne. Die Arbeit sei in professioneller und moralisch unangreifbarer Weise ausgeführt worden.

Doch Arndt ist lange genug im Lobbying-Geschäft tätig, um zu wissen: "Hängen bleibt schon die Frage: ist das anrüchig?" Er sucht das Gespräch, um über die undifferenzierte Betrachtung von "gutem" und "schlechtem" Lobbying zu diskutieren. Und er redet intensiv mit seinen Klienten. Denn in der Beratungsbranche, die nur ungern die Namen der Kundschaft preisgibt, ist Diskretion eine Grundvoraussetzung. Entsprechende arbeitsrechtliche Regelungen und weitere Richtlinien sollen Vertraulichkeit garantieren. "Wir haben alle Sicherheitsleinen eingezogen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen", sagt Arndt.

Agenturkenner beschreiben Hobby-Golfer Arndt als ruhigen, sachorientierten und sympathischen Typen, der eher die Aura eines Versicherungsvertreters ausstrahlt. Er sei ein kluger Kopf, attestiert Rupert Ahrens, Chef von A&B One, der mit Arndt vor rund zehn Jahren im Präsidium des Verbands GPRA war. Geboren in Kreuztal hat Arndt nach dem Politikstudium zunächst als Journalist bei der "Westfälischen Rundschau" gearbeitet. Heute gilt der 46-jährige Analytiker als einer der führenden PR-Köpfe Deutschlands, seine Firma beschäftigt rund 70 Mitarbeiter und setzt rund acht Millionen Euro um. Als Managing Partner verantwortet Arndt den Bereich Public & Corporate Affairs. Mandate für Staaten, die als problematisch einzustufen sind, habe seine Firma schon mal abgelehnt. Bei Rüstungsunternehmen hätte Arndt ebenfalls Bedenken. Aber beim Atomforum sei es ein Anliegen gewesen, dass das Thema Energieversorgung Ideologie-freier diskutiert werde. Fest steht: Emotional diskutiert wird über Atomkraft auch heute noch.

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