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Moritz von Laffert: Neues im Visier

Moritz von Laffert: Neues im Visier

veröffentlicht am 02.12.2011 um 15:39 Uhr · Köpfe · Artikel

Dass Moritz von Laffert begeisterter Jäger ist, hat sich in der Branche längst herumgesprochen - so erzählt man sich, der Chef von Condé Nast Deutschland habe für die Verlags-Weihnachtsfeier im abgelaufenen Jahr eigenhändig ein Wildschwein für das Büffet erlegt. Ob von Laffert in diesem Jahr wieder für seine Mannschaft auf die Pirsch geht, ist allerdings fraglich. Zwar hätte der 43-Jährige einiges zu feiern. Doch die Zeit, mehrere Stunden auf dem Hochsitz zu verbringen, dürfte ihm in nächster Zeit fehlen: Der Münchner Verlagsmanager, seit Oktober 2009 bei Condé Nast, wird zum 1. Januar 2012 zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Herausgeber und Geschäftsführer des deutschen Hauses auch Vice President von Condé Nast International. Darüber hinaus wurde der gelernte Verlagskaufmann auch noch in das "Executive Committee", das fünfköpfige Vorstandsgremium des Konzerns, berufen.

Hintergrund der neuen Zusatzaufgaben für von Laffert ist ein Umbau im Gesamt-Konzern: Ab Januar gibt es bei Condé Nast International drei Vice Presidents; von Laffert übernimmt diese Aufgabe neben Giampaolo Grandi und James Woolhouse. Zudem steigt Nicolas Coleridge, bislang Managing Director von Condé Nast Britain, zum President des Medienkonzerns auf - eine Position, die neu geschaffen wurde.

Von Laffert, der vor seinem Wechsel zu Condé Nast in mehreren Führungspositionen für die Axel Springer AG tätig war, hat sich für die neuen Aufgaben mit seiner bisherigen Leistung für das Haus empfohlen: Er habe nicht nur die Position des Verlags im Wettbewerbsumfeld deutlich gestärkt, sondern es dabei auch "zu neuen Höhen des wirtschaftlichen Erfolgs geführt" und dabei "den Anspruch an die redaktionelle Exzellenz" hochgehalten, schwärmt Jonathan Newhouse, Chairman von Condé Nast International.

In der Tat kann die Zentrale mit der deutschen Tochter zufrieden sein: Die Titel legten zuletzt entweder ordentlich zu (GQ verbesserte die Auflage im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,3 Prozent, die "Vogue" um 6,4 Prozent) oder hielten sich im schwierigen Frauensegment einigermaßen stabil - "Glamour" ist dabei trotz eines Auflagenminus von 5,1 Prozent immer noch meistverkaufter monatlicher Frauentitel. Auch Experimente hat von Laffert gewagt: Im Herbst kam die erste deutsche Test-Ausgabe von "Wired" auf den Markt - zwar aus der Bloggerszene von einiger Kritik begleitet, doch im Großen und Ganzen von der Medienbranche mit Wohlwollen aufgenommen. Ob "Wired" in Serie geht, wird sich wohl noch in diesem Jahr entscheiden. Sollte es grünes Licht geben, ist damit aber ein Wermutstropfen für von Laffert verbunden: Zeit für die Jagd in seinem Revier in Brandenburg hat er dann wohl noch weniger.

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