Matthias Storath: Reaktionen auslösen
Matthias Storath hat sie registriert, all die kontroversen, teils lobenden, teils sogar beleidigenden Kommentare, die im Web über die neue Media-Markt-Kampagne gleich am Startwochende abgegeben wurden. Ärgert ihn die Kritik? Der 35-Jährige zögert mit der Antwort, findet dann doch die richtigen Worte. Wenn über die Kampagne gesprochen werde, freue er sich. Denn Werbung sei dann gut, wenn sie auffalle und man sich mit ihr beschäftigte.
Zur Zeit lastet der Kunde Media-Markt den 35-jährigen Executive Creative Director von Ogilvy & Mather fast vollständig aus. Vor rund einem Jahr wechselte er zur Frankfurter Network-Agentur, machte dort nach fünf Jahren bei Heimat in Berlin, zuletzt als CD Text, den nächsten Karriereschritt. Kreativgeschäftsführer Stephan Vogel bescheinigt ihm Stilsicherheit, eine hohe kreative Flughöhe und integrierte Denke. Entsprechend lasse er ihm ein „Maximum an Gestaltungsfreiraum“.
Den weiß Storath, der bereits beim Bahn-Pitch erfolgreich mit dabei war, zu nutzen. Auch wenn der ausgeglichen wirkende Kreative von sich selbst sagt, dass er sich trotz gewachsener Führungsaufgaben bei Ogilvy kaum verändert habe, so mussten sich die Mitarbeiter dort erst an seine zielstrebige Arbeitsweise gewöhnen. Er habe eine "schnelle Taktung", heißt es, und erwarte auch von seinem Umfeld effizientes Arbeiten. "Er trifft schnelle Entscheidungen und vertritt diese auch", sagt Regisseur Nico Beyer, mit dem Storath den Media-Markt-Spot gedreht hat. "Dabei hat er viel Humor und weiß sehr genau, was er will." Er sei einer der besten analytischen Texter, ist Beyer voll des Lobes.
Am meisten geprägt hat den gebürtigen Franken Storath vermutlich seine Zeit bei Heimat. Und dort vor allem sein Ex-Chef Guido Heffels. Storath sei ein guter Team-Player, attestiert ihm der Heimat-Mitinhaber. Von Heffels dürfte Storath auch gelernt haben, dass Kommunikation anders sein muss, um aufzufallen. So wie die Werbung für Hornbach. Vor allem mit Hornbach-Ideen gewann Storath dann auch Preise satt.
Die Frage, wie viel Hornbach in der Media-Markt-Kampagne steckt, wird der Kreative vermutlich noch oft beantworten müssen. Er selbst sagt, "Media-Markt ist Media-Markt. Eine Ähnlichkeit sehe ich da nicht." Heffels drückt sich diplomatisch aus: Er finde gut, dass kein neuer Comedian ran musste und ein anderer Weg eingeschlagen wurde.
Storath, der sich von Serien wie Entourage oder The Shield inspirieren lässt, will jetzt erst einmal "richtig ankommen bei Ogilvy". Es habe gedauert, bis er in der großen Agentur wusste, wer auf welchem Stockwerk sitzt. "Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist alles wie immer", sagt er. Und Berlin? Das vermisse er nur manchmal.
Richter Redakteur







