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Markos Kern
Markos Kern

Markos Kern: Eine wahre Lichtgestalt

veröffentlicht am 13.08.2010 um 10:00 Uhr · Köpfe · Artikel

Mit "Walls Alive" startete Wrigley vorige Woche eine Event-Reihe, um den Kaugummi 5 Gum zu promoten. Mittels 3-D-Videoinstallation wird Hausfassaden im Umfeld von fünf Großstadt-Klubs Leben eingehaucht. Die Idee: Geschmackserlebnis mit Lichtkunst und Party zu verbinden, entsprechend dem 5-Gum-Slogan "Stimulate your senses". Verantwortliche Agentur ist Avantgarde, München. Künstlerische Umsetzung: Visual Drugstore.

Wasserfälle schießen aus den Fenstern, Eiskristalle ranken die Säulen der Fassade des Münchner Klubs P1 hoch. Mit 18 leistungsstarken Projektoren bespielt Markos Aristides Kern die 106 Meter breiten und zehn Meter hohen Mauern. Dann ging ’s weiter nach Berlin, wo VJ Mar-K.os, wie er in der Szene heißt, am Wochenende die Wände der Kulturbraue­rei zum Pulsieren bringen will. Im August wird der 28-Jährige nie länger als zwei Tage an einem Ort sein.

Er ist in seinem Element: "Ich bin ein extremer Work­aholic." 16 bis 18 Stunden am Tag zu arbeiten macht dem Hyperaktiven nichts aus, seit er als 22-Jähriger gefunden hat, wofür er sich bis heute begeistert: VJ-ing. Das Spiel mit Licht, Videos, Musik beherrscht Kern perfekt. Ein Laptop, ein bisschen Farbe an die Wand werfen, damit würde er sich nie zufriedengeben. "Es geht um den perfekten Moment. Es geht um Gefühle."

Eine Ausbildung hat er nicht. Er studierte mal Ethnologie und Philosophie in Heidelberg, wo er aufgewachsen ist, hatte aber eigentlich bis zum zarten Alter von 22 Jahren nur Mountainbiken (Extrem-Downhill) im Kopf. Dann lernte er die Truppe kennen, die den Halle_02-Klub in Hei­delberg betrieb, eine Mischung aus Party-Location und Kunstausstellung, und sammelte dort seine ersten Erfahrungen mit Lichtprojektionen. Ja, klar, Fotografieren und Filmen habe ihn schon immer interessiert, erzählt er.

Mit 14 hat er seine erste Videokamera gekriegt. Aber eigentlich will er lieber über seine Arbeit reden, darüber, dass alles ganz schnell ging, er für internationale Klubs und Festivals gebucht wurde und die Aufgaben so viel wurden, dass er nur ein Dreivierteljahr später seine Agentur Visual Drugstore in München gegründet hat.

Sie ist sein "Spielplatz". Der Spielplatz arbeitet inzwischen für Markenartikler, programmiert Software, designt Möbel, macht "alles, was krea­tiv ist", sagt Kern. Auf speziellen Wunsch der IHK bildet er auch aus.

Dass er sich für Philosophie interessiert hatte, passt zu dem gebürtigen Münchner: "Ich denke bewusst über alles nach." Inspiration findet er überall. Wie neulich auf der Baustelle, wo ihm zwei drei Meter große Aluminiumkugeln ins Auge fielen. Er hat sie für 500 Euro gekauft. In die werden jetzt 9000 Löcher gebohrt, programmierte LED-Leuchten angebracht, dann lassen sich die Kugeln bespielen. "Krank im Denken" sei das, sagt Kontrollfreak Kern und lacht.

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