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Dirk Walterspacher
Dirk Walterspacher

Dirk Walterspacher: Auf Stühlen aus Altpapier

veröffentlicht am 06.08.2010 um 17:38 Uhr · Köpfe · Artikel

Jeder Event belastet die Umwelt: durch anreisende Teilnehmer, Müll, Energieverbrauch. Über die Partner des Netzwerks Mygreenmeeting.de lassen sich klimafreundliche Konferenzen realisieren. Das Angebot reicht von speziellen Mobilitätskonzepten über ökologisch sinnvolles Catering bis hin zur Ausstattung mit umweltverträglichen Tagungsunterlagen. Nicht reduzierbare CO2-Emissionen lassen sich durch Klimaschutzzertifikate kompensieren.

Wenn man mit Dirk Walterspacher telefoniert, kann es vorkommen, dass er schon mal sein Telefon auf „laut“ stellt. Diesmal will seine achtjährige Tochter mithören, um einen Eindruck zu bekommen, was ihr Vater beruflich so macht. Was zeigt: Walterspacher ist ein Familienmensch, der versucht, Job und Kinder irgendwie zu vereinbaren.

Was schwierig genug ist: Denn der 44-Jährige ist viel unterwegs, so viel, dass ihn seine Mitarbeiter sogar für ein Phantom halten, wie er schmunzelnd erzählt. Trotzdem. Zwei Nachmittage unter der Woche verbringt er zu Hause in Schwetzingen mit seinen drei Kindern (eineinhalb, vier und acht Jahre), zieht sich dann erst abends in sein Home-Office zurück. Ansonsten arbeitet er in Bonn, wo die Forest Finance Gruppe sitzt, eine Investmentgesellschaft, die in die ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft investiert. Interessenten können dort ihr Geld in einen Baumsparvertrag oder ein Waldsparbuch anlegen. Walterspacher, eigentlich diplomierter Elektrotechniker und lange bei Web.de tätig, ist für Vertrieb und Marketing zuständig.

Im Mai dieses Jahres gelang es ihm, sein ökologisches Ansinnen auf ein weiteres Feld zu übertragen. Er gründete ein Netzwerk, mit dessen Partner sich bundesweit klimaneutrale Events durchführen lassen: sogenannte Green Meetings. Dazu zählen das Catering aus biologisch angebauten Lebensmitteln ebenso wie Konferenzmobiliar aus gepresstem Altpapier oder umweltverträgliche Mobilitätsangebote für die Teilnehmer der Konferenz.

"Natürlich kann kein Unternehmen seine Jahreshauptversammlung bei Kerzenlicht abhalten", sagt Walterspacher. Doch man könne die Schäden für die Umwelt ohne Qualitätseinbußen minimieren und zusätzlich nicht weiter reduzierbare CO2-Emissionen durch die Unterstützung ökologisch sinnvoller Klimaschutzprojekte kompensieren.

Schon als Kind lag Walterspacher der Umweltschutz am Herzen. Sein Vater war Ortsvorsteher beim Deutschen Bund für Vogelschutz, da musste er schon mal Kröten über die Straße tragen. Die Ferien verbrachten sie gern auf einsam gelegenen Berghütten – ohne Wasser, ohne Strom. Walterspa­cher ist deshalb kein Umwelt-Fundi, sein Haus wird auch im Winter geheizt, aber er bezieht Öko-Strom.

In diesem Jahr fährt Walterspacher mit seiner Familie an die Ostsee. Dann bewegt er auch mal wieder sein Auto, das ansonsten wenig zum Einsatz kommt; vielleicht 3500 Kilometer im Jahr.

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