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Petra Schwegler veröffentlicht am 19.05.2010 14:00 Uhr in Blog
Von: Petra Schwegler

Wetten, dass es bald legale Web-Wetten gibt?!

Fast möchte man den Ländern die Nase zeigen und "Ätsch!" rufen - wenn das Ganze nicht so traurig wäre und mit so vielen negativen Auswirkungen. Die Vorbereitungen zum neuen Glücksspielstaatsvertrag bringen zu Tage, wie viel Geld den Fiskus und Sportverbänden das 2008 festgezurrte Staatsmonopol bei Lotto, Wetten und Zocken gekostet hat. Zusammengenommen verlieren die Länder bis 2011 rund elf (!) Milliarden Euro Umsatz und damit fünf Milliarden Euro Steuern und Zweckerträge, rechnet der Lottoverband vor. Blockiert sind durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts - Nukleus für das Verbot privater Anbieter auf dem Sektor - auch die Länder selbst. Sie dürfen für ihre Lotterien - im Sinne der Suchtprävention - nicht mehr werben. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres sind im Vergleich zum Vorjahr 21,3 Prozent der Einnahmen futsch. Tendenz weiter sinkend. Das haben sich die Ministerpräsidenten selbst eingebrockt.

Nun wird die Phalanx derer, die sich für kommerzielles und selbstreguliertes Zocken einsetzen, immer größer. Den Anfang hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemacht. Nachdem seine Kassen immer leerer werden, schwenkt er um und plädiert für die Beteiligung privater Wettanbieter wie etwa Bwin am legalen Glückspiel und an Sportwetten. Die Sportler hängen auch am Tropf der staatlichen Sportwette Oddset, die vom oben angeführten Werbebann ausgestrocknet wird. Länder wie Schleswig-Holstein mit ihren leeren Staatskassen ziehen nach; der Deutsche Lottoverband setzt sich für das kontrollierte Go der privaten Anbieter ein, wenn sie denn strenge Auflagen einhalten. Bwin & Co. haben sich für diese Variante längst ausgesprochen.

Die Sache mit der Suchtprävention hat ohnehin ihren Haken; wer nicht unter deutschen Web-Adressen zockt, tut dies unter englischen, italienischen, spanischen, etc... Unkontrolliert von deutschen Behörden, die irgendwann sogar einmal vorgeschlagen hatten, doch jeden PC beim Surfen zu überwachen. Immer mehr könnte dieser Schwarzmarkt anwachsen, bis zu knapp 30 Prozent im Jahr 2015, rechnen die Forscher von Goldmedia aktuell vor. Alles in allem sind die Länder vor gut zwei Jahren über das Ziel hinausgeschossen. Der eigene Fiskus bremst nun die Eifrigen von annodazumal aus. Wetten, dass die Glücksspiel-Regeln gelockert werden?

Schlagworte: Glücksspielstaatsvertrag Wetten Länder DOSB Bwin Oddset

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