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Ralph-Bernhard Pfister veröffentlicht am 15.04.2010 14:50 Uhr in Blog
Von: Ralph-Bernhard Pfister

WePad oder Wie man ein Produkt nicht einführen sollte

Entgegen euphorischer Medienberichte hat der WePad-Anbieter Neofonie ja von vornherein klar gemacht, sich nicht als iPad-Killer zu sehen. Das ist auch gut so, momentan müssen die Berliner ja eher aufpassen, dass sie mit ihrer Präsentations-Philosophie nicht zum WePad-Killer werden.

Die Produktpräsentation zu Beginn der Woche hätte jedenfalls von einer der frenetisch gefeierten One-Man-Shows von Steve Jobs nicht weiter entfernt sein können. Nach der Vorführung zugeben müssen, dass man statt Linux Windows auf dem Gerät hatte – peinlich. Zusätzlich einräumen müssen, dass man ein Präsentationsvideo in der Endlosschleife gezeigt hat - noch peinlicher. Das zeigt ja schließlich nur, dass das Gerät Videos abspielen kann, nicht, dass die gezeigten Funktionen auch tatsächlich, nun ja, funktionieren.

Zur Schadensbegrenzung steht nun ein zweiter Präsentationstermin an, zu dem auch via Facebook ein paar Plätze an Kritiker verteilt werden. Zudem findet sich ein Vorführ-Video des Geräts auf Facebook und YouTube.

Das Video allerdings wirft gleich neue Fragen auf. Zum einen fragt man sich, wieso das Ganze nicht vertont ist – mit Musik und einem Voiceover beispielsweise. So wirkt das reichlich trocken. Die andere Frage ist: Wieso sollte ich ein Tablet mit der Maus bedienen wollen? Widerspricht das nicht explizit dem Gedanken des möglichst haptischen Eindrucks über eine Touch-Steuerung? Und wieso wird die Touch-Steuerung direkt danach nicht am gleichen, sondern an einem anderen Gerät vorgeführt?

Ganz ehrlich: Als Konzept ist das WePad durchaus interessant und bietet seine Chancen. Eine gelungene Produktpräsentation sieht aber definitiv anders aus. Die im Netz heiß diskutierte Frage, ob das WePad denn überhaupt schon einsatzbereit ist, ist bislang nicht befriedigend beantwortet. Begeistern kann man potenzielle Käufer so nicht. Da würde auch ein Rollkragenpulli nichts helfen.

Schlagworte: WePad Neofonie Präsentation So nicht Video iPad

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