veröffentlicht am 03.05.2010 12:10 Uhr in
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Von: Jochen Kalka
Pitch-Wahn: Die Taugenichtse der Mediabranche
Wie bitte? Sie haben im letzten halben Jahr nicht um Ihre Mediabudgets pitchen lassen? Schade, dann können Sie jetzt nicht mitreden, mit den ganz Großen, die allesamt noch an den Konditionen geschraubt haben. Nun ist sie so gut wie vorbei, die Pitch-Welle, bei der Schätzungen zufolge um drei bis fünf Milliarden Werbe-Euro gebuhlt wurde.
Haben Sie also tatsächlich nicht um Ihre Werbegelder kämpfen lassen, dann scheinen Sie für die Mediabranche nicht tauglich. Dann geht es Ihnen womöglich nicht nur um Konditionen, sondern um eine vertrauensvolle, langfristige Beziehung. Dann geht es Ihnen womöglich nicht um exklusive – ein schöner Euphemismus für primitive – Komplett-Deals mit einzelnen Mediahäusern, sondern um so etwas wie Affinitätsindex bei einem anspruchsvollen Zielgruppen-Austarieren.
Dann brauchen Sie wohl noch klassische Medien. Nein, das zeichnet Sie nicht aus, ein zeitgemäßer Mediachef zu sein. Denn sonst bräuchten Sie – langfristig – gar keine Medien mehr, weil Sie diese gerade professionell zu Grunde planen. Oder gar nicht mehr planen, so wie Aldi Süd jetzt versuchsweise auf Zeitungswerbung verzichtet („Aldi informiert“) und stattdessen Prospekte in Briefkästen wirft. Um Massen von Zielgruppen wegzuwerfen. Und das Image gleich mit. Denn in Zukunft heißt es „Aldi ruiniert ...“ nicht nur Medien, sondern sich selbst.
Die Folgen des Pitch-Wahns und manch fahrlässig handelnder Medianer werden die Marken erst in Monaten oder gar Jahren spüren. Doch dann sind die heutigen Verantwortlichen längst, nun ja, woanders Mediachef.
Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen W&V Media (05/2010) und auf W&V Online.
Schlagworte: Pitch Mediaagentur Pitch-Welle Werbebudget Mediaplanung
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