veröffentlicht am 17.05.2010 08:00 Uhr in
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Von: Lena Herrmann
Muss der ADC in der Krise strenger sein?
"Bitte strenger werden“ war die Anweisung an die Juryvorsitzenden. Die meisten Jurys haben sich daran gehalten und sehr geizig die einzelnen Nägel verteilt. Macht das in der Wirtschaftskrise, die ja auch eine kreative Krise ist, wirklich Sinn? Oder sollte man nicht lieber ermutigen, indem man auch den gut gemeinten Ansätzen ein bisschen Ehre und Aufmerksamkeit zukommen lässt?
Auf einem hohen Niveau kann Kreation nur bleiben, wenn vor allem in kreativ mauen Jahren wie diesem strenge Maßstäbe gelten. Wenn nicht die Top-Arbeiten aus der bestehenden Masse eine Auszeichnung erhalten. Sondern wenn die wenigen Arbeiten, die die Branche weiterbringen, die die Kreation neu erfinden und die Unbekanntes aufzeigen, einen Nagel erhalten. Maßstab kann nicht immer nur das eine Jahr sein, in dem die Arbeit eingereicht wird. Sondern Maßstab muss der Standard sein, auf dem sich Werbung befindet und zu dem sie sich in der Vergangenheit hin entwickelt hat. Dieser Standard ist hoch und auch deshalb machen sich durchschnittliche Jahre wie das vergangene und das aktuelle besonders schmerzhaft bemerkbar.
Wenn dieser Gedanke konsequent verfolgt und zu Ende gedacht wird, dass Werbung auch eine Verpflichtung zur Niveau- und Standardsicherung hat, dann spielt bei der Verleihung der Nägel wirklich Qualität und nicht Quantität eine Rolle. Und dann schafft es der ADC, in der Krise glaubhaft zu bleiben. Das Gejammer einzelner Agenturen, die für ihre hohen Einreichungskosten nur wenige Preise bekommen, kann da kein Argument sein. Denn am Ende profitieren alle von der strengen Auslese und Qualitätsssicherung des ADCs.
Schlagworte: ADC
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