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Lena Herrmann veröffentlicht am 20.04.2010 10:45 Uhr in Blog
Von: Lena Herrmann

Ist Steven Althaus die richtige Personalie für Publicis Deutschland?

Was bewegt einen Mann wie Steven Althaus zu einer Agentur wie Publicis zu gehen? Ein Mann, der nach Meinung vieler Insider gerade nach dem Allianz-Pitch einen hervorragenden Lauf bei der Münchner Versicherung hat und dort besonders nach dem Ausscheiden des Altmeisters Michael Maskus sicher wie nie im Sattel sitzt. Gut, Maskus' Job als Head of Group Market Management, der sich um die globale Markenführung kümmert, hat er nicht bekommen. Stattdessen hat das Unternehmen ihm Joseph Gross vor die Nase gesetzt. Bei Publicis bekommt er den heiß ersehnten Titel als CEO endlich. Und das französische Network legt noch eins oben drauf und macht ihn nicht nur zum CEO für Deutschland und Österreich. Sondern auch gleich noch zum Chairman.

Klingt gut, klingt nach Karriere. Aber die Arbeit, die auf Althaus zukommt, wird beträchtlich sein. Denn schon sein Vorgänger Manfred Schüller, dessen Abgang vor mehr als zwei Jahren in der Agentur von vielen immer noch bedauert wird, hat es nicht geschafft, die fünf Standorte wirklich zu einen. Die Dependancen in Frankfurt, Hamburg, Berlin, München und Erlangen ticken extrem verschieden - bedingt durch den unterschiedliche Kundenstamm und auch die unterschiedliche Ausrichtung. Peter Wendt hat versucht, das Erbe Schüllers fortzuführen und die Managements der einzelnen Städte näher zusammenzubringen. An verschiedenen Stellen ist das zuletzt gelungen, aber noch immer ist viel Arbeit nötig.

Nicht zuletzt liegt das an der katastrophalen Kommunikation und dem französischen Zentralismus innerhalb der Agentur. Paris ist nicht gewillt, dem deutschen Management wirklich freie Hand zu lassen - deutlich sichtbar wird das immer wieder an Personalien, bei denen das deutsche Management-Board wenig zu melden hat. So schickte Publicis-Chef Maurice Lévy den Kreativen Paul Steentjes als CCO nach Deutschland. Und auch in die Personalie Steven Althaus waren Peter Wendt und seine Mitstreiter dem Vernehmen nach nur am Rande eingeweiht.

Doch wer von der (Agentur-)Mutter behandelt wird wie ein kleines Kind, der reagiert in der Regel mit Trotz. Steven Althaus muss sich ab dem 1. Juni zunächst also darum bemühen, das deutsche Management auf seine Seite zu bringen. Denn nur so kann er es schaffen, die Agentur, in der in der Vergangenheit viel Unruhe geherrscht hat, auf Kurs zu bringen. Allzu viele Abgänge und gewagte Umbauten helfen ihm da zumindest am Anfang nicht weiter. Ob Althaus der richtige für den CEO-Posten ist und ob er Erfolg haben wird, entscheidet er also ganz alleine. Indem er mit einer wohlüberlegten Mischung aus Ruhe und Durchsetzungkraft die Agentur hierzulande ordnet, ihr eine starke Führung gibt, hinter der sich die einzelnen Standorte einen können und gleichzeitig gegenüber der Übermutter in Paris Haltung bewahren lernt.

Schlagworte: Steven Althaus Publicis Allianz

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