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Ralph-Bernhard Pfister veröffentlicht am 05.07.2010 15:45 Uhr in Blog
Von: Ralph-Bernhard Pfister

Ein logischer Schritt – warum Google ITA kauft

Die Krake streckt ihre Tentakel weiter aus, Angst geht um in manchen Touristikunternehmen. Das ist der erste Eindruck, den manche Schlagzeilen zum Google-Kauf von ITA Software hinterlassen. "Schrecklich, jetzt macht Google auch noch in Tourismus!“ Klar ist: Für jeden Markt ist ein Einstieg von Google ein ziemlich großer Brocken, der entsprechend große Kreise zieht und kleine wie mittlere Fische japsen lässt. Fragen Sie mal Online-Händler, was sie von Googles Produktsuche-Plänen halten.

Der Kauf von ITA ist für den Suchmaschinenriesen aber ein logischer Schritt aus zwei Gründen: Zum einen ist Tourismus eine Branche, in der online einiges zu holen ist – vor allem in den USA, auf die sich Google wohl zunächst beschränken will. Zum anderen soll der Ankauf im Reiseumfeld den Sinkflug der eigenen Aktie bremsen. Denn der ist auch durch Googles prall gefüllte Geldsäcke begründet – der Web-Riese hat rund 25 Milliarden US-Dollar an hartem Cash herumliegen. Das ist so viel, dass mancher Analyst sich fragt, worin Google denn gewinnbringend zu investieren denkt.

Der Zukauf für schlappe 700 Millionen ist da ein deutliches Zeichen: Das Unternehmen aus Mountain View kauft einen Spezialisten für Fluginformationen. Für die künftige Strategie ist der zweite Teil des Wortes der wichtigere: Google investiert in Unternehmen, die interessante Daten im Angebot haben. Denn Daten und deren Verarbeitung sind das eigene Kerngeschäft.

Anbieten will der Suchmaschinenriese nun einfachere Wege, Fluginformationen online zu finden. In einer Weise, die mit nichts, was momentan auf dem Markt ist, vergleichbar sei. Der hauseigene Datenschatz und die Expertise liefern hier entscheidende Argumente: Google weiß, wie man Daten verknüpft und wie Suchalgorithmen aussehen müssen, damit sie Nutzern und Werbekunden gefallen. Der Touristik-Markt ist nicht der transparenteste und bietet so einigen Raum für Veränderungen.

Ein Schwergewicht wie Google dürfte hier einigen Eindruck hinterlassen – und für Zwischenstationen in der Wertschöpfungskette wird es zwischen Google und den Airline-Schwergewichten enger.

Schlagworte: ITA Kauf Touristik Fluginformation Google

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