veröffentlicht am 22.06.2010 10:00 Uhr in
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Von: Lena Herrmann
Cannes 2010: Wie technik-lastig muss Kommunikation sein?
Dass die neuen technischen Möglichkeiten die Art der Kommunikation rasant verändern, ist nichts Neues. Aber während des Internationalen Werbefestivals in Cannes kommen die Juroren aus dem Staunen nicht mehr raus. "Es gibt plötzlich so viele Möglichkeiten", sagt Direct-Juror Hartmut Kozok (Tribal DDB).
Vor allem die Kategorien Direct, Promo, aber auch PR (die Löwen der drei Kategorien wurden bereits am Montagabend in der Gala verliehen) sind ein Indikator dafür, wie der aktuelle technische Stand der Möglichkeiten ist. Plötzlich wird aus einem Kreativen nicht nur jemand, der eine Geschichte erzählt und damit das Produkt möglichst gut verkauft. Plötzlich wird mehr gefordert: "Wir ermöglichen Geschichten", glaubt Kozok. Und zwar mit neuen technischen Features.
Social Media hat in den vergangenen Jahren bereits deutlich gezeigt, wie sehr sich der Konsument ändert. Direct Response ist plötzlich kein Problem mehr - die Facebook- und Youtube-Generation ist es gewöhnt, Content zu teilen und zu verbreiten.
Die Kunden werden immer technik-affiner: Je neuer und überraschender etwas ist, um so mehr findet es Beachtung. Darauf müssen sich Agenturen einstellen und daran müssen sie arbeiten. Ein Beispiel für trendsetzende Technik ist die bereits mehrfach ausgezeichnete Kampagne "Last Call" von Jung von Matt. Mit einem Telefonanruf bekommen Zuschauer im Kino die Möglichkeit, auf den Verlauf des Kinofilm-Plots Einfluss zu nehmen."Eine Pionierarbeit", findet Promo-Juror Alexander Schill.
Kein Wunder, dass von allen Keativen kategorieübergreifend zu hören ist: "We have to push the boundaries" - wir müssen die Grenzen erweitern und verschieben. Nie stehen bleiben, lautet die Devise. Nur so bleibt der Konsument interessiert und am Ball. Old School ist damit zwar nicht komplett tot. Braucht aber einen guten Grund und besteht nur noch, wenn die traditionelle Form ideal zur Kampagne passt.
Nicht vergessen sollten die Kreativen neben dem ganzen Technikhype aber vor allem eins: Am Ende zählt immer noch die beste Idee. Eine herausragende und wegweisende Exekution kann die nur unterstützen. Aber niemals ersetzen.
Schlagworte: Cannes
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