veröffentlicht am 17.08.2010 16:41 Uhr in
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Von: Leif Pellikan
Bundesliga will sicher keinen eigenen Sender gründen
Und plötzlich soll die Bundesliga angeblich wieder einen eigegen Sender gründen. Die Meldung geistert sei Montag durch die Blätter. Dabei ist dieser Plan nicht neu.
Schon als 2008 bei der letzten TV-Rechtevergabe das Modell "Leo Kirch" platzte, musste sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) ernsthaft mit einem solchen Plan B beschäftigen. Aber angesichts der negativen Presse um den Pay-TV-Partner Sky und dessen schlechte Zahlen könnte der Plan plötzlich wieder aktuell werden. DFL-Chef Christian Seifert erklärte aber schon in der Vergangenheit, "dass die Liga für alle Eventualitäten gerüstet ist". Das schließe auch einen eigenen Sender mit ein. Aber er will sicher keinen eigenen Sender, auch wenn der ein oder andere Vereinsmanager das gerne hätte. Die Forderung des Geschäftsführers des VfL Wolfsburg, Thomas Röttgermann im "Handelsblatt" (Montagsausgabe): "Die Liga muss am Szenario eines eigenen Senders arbeiten", ist sicher längst erfüllt. Konzepte für einen Sender dürften seither in der Schublade liegen.
Doch warum sollte die Liga das tun? Zum einen muss sie nicht. Im Fall einer Pleite von Sky würde die Bankbürgschaft greifen, die der Pay-TV-Anbieter im Vergabeverfahren vorlegen musste. Die derzeit rund 250 Millionen Euro pro Spielzeit für die Live-Übertragungsrechte wären also bis einschließlich der Saison 2012/2013 sicher. Aber ohnehin geht die Liga von einem solchen Szenario nicht aus. Innerhalb der laufenden Rechteperiode werde es nicht dazu kommen, dass eine Alternative zu den aktuellen Partnern überhaupt nötig sei, sagte Tom Bender, einer der DFL-Geschäftsführer, am Montag in München.
Aber auch in der nächsten Rechteperiode steht das Thema wohl nicht zur Diskussion. Solange im Markt genügend Interessenten sind, wird es jemanden geben, der die Live-Rechte teuer bezahlt. Und dass einer solchen Summe auch ein Teil Marketing-Budget zugerechnet wird, ist nichts Neues. Denn Spitzen-Fußball rechnet sich alleine über Abo-Einnahmen und/oder Werbung nicht. Das gilt für die Bundesliga genauso wie für eine WM oder die Champions League. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 bilanzierten die 36 Profivereine 594 Millionen Euro oder 29 Prozent der Gesamteinnahmen aus den medialen Rechten. Ein eigener Sender würde wohl kaum die Summen in die Kassen spülen, die ein Bieterverfahren in Aussicht stellt.
Schlagworte: DFL Christian Seifert VFL Wolfsburg Thomas Röttgermann handelsblatt Sender Bundesliga Champions League Leo Kirch
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