Her mit den High Potentials, sagen sich weiterhin viele Unternehmen. Die überdurchschnittlich qualifizierten Absolventen wissen um ihren Marktwert – es steht ja oft genug in der Zeitung – und lassen sich gerne bitten. Doch die Soft Skills der umworbenen Schlauberger hinken ihren intellektuellen Qualitäten häufig hinterher. Einige der so genannten High Potentials scheitern im Beruf, weil sie sich selbst überschätzen. Das ist das Fazit der „High Potentials Studie 2011/2012“ der Managementberatung Kienbaum. Die Gummersbacher haben dafür 460 Unternehmen aller Größen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.
Wenn High Potentials Rückschläge im Job erleiden, dann nicht wegen ihrer Qualifikationen, sondern weil sie sich selbst überschätzen, sagen 94 Prozent der deutschen Personaler. 89 sehen eine mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik als Grund. Der teilweise schwachen Soft Skills zum Trotz sind fachliche Überflieger sehr begehrt. 74 Prozent der befragten deutschen Unternehmen konnten ein Viertel ihrer Wunschkandidaten nicht an sich binden. Besonders begehrt sind die „Hipos“ in Forschung & Entwicklung, in IT und Produktion. Hat man sie einmal für sie gewonnen, bleiben sie auch erst einmal treu. 78 Prozent aller High Potentials in Deutschland arbeiten mindestens drei Jahre beim selben Unternehmen. Wechseln Talente den Job, dann oft aus privaten Gründen (86 Prozent).
Die Firmen bemühen sich, ihre Hipos bei Laune zu halten. Sie geben ihnen herausfordernde Aufgaben und genug Eigenverantwortung. Viele arbeiten an ihrem Unternehmens-Image und bieten vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Wohlfühlprogramm gehören Coaching, eine umfassende Feedback-Kultur, Job-Enrichment und Job-Enlargement. 74 Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigt im Hinblick auf ihre High Potentials auch das Thema Work-Life-Balance.
Hipos sollten eine richtige Mischung aus persönlicher und fachlicher Qualifikation aufweisen, damit sie ihre künftigen Arbeitgeber überzeugen. Ein wichtiges Stichwort ist Eigenmotivation. Hohe Mobilität ist dagegen kein Thema, dies fordern nur 20 Prozent der Firmen. Sie legen vor allem Wert auf Fach- und Methodenkompetenz sowie Praxiserfahrung. Fremdsprachen sind inzwischen ein Muss, 90 Prozent erwarten fundierte Kenntnisse.
Das Diplom ist in Deutschland immer noch die beste Eintrittskarte, dies fordern 99 Prozent der Arbeitgeber. In der Beliebtheit liegt ein abgeschlossenes Master- oder Diplom-Studium vor Bachelor oder Promotion. Allerdings bekommen promovierte Absolventen in Deutschland die höchsten Einstiegsgehälter, nämlich 52.200 Euro Jahresbrutto. Danach folgen Master von der Universität (46.500) und Diplom-Studenten (44.400). Bachelor-Absolventen von der Universität steigen mit immerhin noch 44.000 Euro Gehalt ein.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Dorothee
Rothfuß
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